Pressemiteilungen 2011
Biogasanlage besucht
Geschrieben von: Gerhard Albach Montag, den 12. Dezember 2011 um 09:36 Uhr
Freie Wähler besichtigten Biogasanlage in Buseck
Die neue Biogasanlage in Buseck war das Ziel einer Abordnung der Freien Wähler Reiskirchen. Dort empfingen sie Stefan Seibel, der die Anlage im Namen der Stadtwerke Giessen (SWG) in seiner Technik erläuterte und der Besitzer des Bauernhofes Dietmar Klös. Die Biogasanlage ist seit 2. Mai 2011 in Betrieb, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Bauzeit von einem halben Jahr und eine Planungszeit von etwa zwei Jahren hinter sich und hat ca. 1 Mio. Euro gekostet. Beteiligt an der Anlage sind die SWG mit 51% und Dietmar Klös und Projektplaner und Ingenieur Besim Krasnici mit dem Rest. Diese Konstellation bezeichnete Klös als gut und vernünftig, denn die Erfahrung der SWG sei eine gute Basis gewesen und habe sich sehr positiv ausgewirkt. Außerdem konnte so das Wohngebiet in Buseck mit einer 800m langen Leitung besser angeschlossen und somit die Wärme für die Schule, das Schwimmbad und ca. 100 Häuser geliefert werden. Für die Stromerzeugung gibt es 20 Jahre eine Einspeisungsgarantie.
Da Klös die Kühe sowieso abgeschafft hatte und die Räumlichkeiten und Lage gut zu integrieren waren, hat er seinen landwirtschaftlichen Anbau im Umfeld des Hofes von Raps auf Mais umgestellt und kann somit das Meiste der gebrauchten Rohstoffe (2/3 Mais und 1/3 Gras mit Beisetzung von Gülle) selbst liefern. Einen kleinen Rest kauft er zu. Somit hat auch der Verkehr nicht zugenommen, sondern konzentriert sich größtenteils während der Anlieferung auf etwa eine Woche, wo der Mais eingelagert, verdichtet, abgedeckt und ein halbes Jahr gelagert wird. Zusätzlich bringt ein Landwirt jede Woche vier Fässer mit Gülle von Kühen und nimmt die vergorene Gülle wieder mit. Diese riecht nicht mehr so stark und ist als Dung für die Äcker besser geeignet. Die verbrauchte Silage von 80% der ursprünglichen Menge nutzt Klös ebenfalls zur Düngung seiner Äcker.
Stefan Seibel begann mit seiner Führung an dem Behälter, aus dem die „Fütterung der zwei großen Fermenter mit dem eingefüllten Substrat erfolgt“. In diesen riesigen runden Behältern, die gegen das Wetter mit einer Plane abgedeckt sind, zersetzen eine Unzahl von Bakterien die Masse, wobei immer ziemlich genau 40 Grad Celsius konstant gehalten werden müssen, um die sensiblen Bakterien vor Schaden zu bewahren. Dazu werden 15% der entstehenden Wärme gebraucht. Durch diese natürliche Vergärung und die entstehende Methanmischung wird ein Blockheizkraftwerk direkt auf dem Aussiedlerhof der Familie Klos angetrieben. Strom und Wärme fließen dabei in die SWG-Energienetze. In einem Jahr werden ca. 4000 Tonnen Silage gebraucht. Es bestehe laut Stefan Seibel keine Explosionsgefahr, trotzdem ist aber ein Löschwassertank für 100.000 l Wasser gebaut worden.
Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Reiskirchen, Gerhard Albach, dankte für die ausführlichen und sehr interessanten Informationen, zumal ja in Reiskirchen ebenfalls eine Biogasanlage in Planung ist.
Mitgliederversammlung 2011
Geschrieben von: Gerhard Albach Donnerstag, den 25. August 2011 um 10:43 Uhr
Die Mitgliederversammlung Freien Wähler Reiskirchen (FW) fand in der Gaststätte Zur Traube in Lindenstruth statt. Der Vorsitzende Steffen Rysse eröffnete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Anschließend gaben er und der Fraktionsvorsitzende, Gerhard Albach, einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres ab. Im Mittelpunkt stand das Konsolidierungsprogramm, das in mehreren Sitzungen mit allen Fraktionen erarbeitet worden ist und letztendlich auch eine deutliche Mehrheit gefunden hat. Dass hierbei neben Einsparungen auch Steuererhöhungen in Kauf genommen werden mussten war leider nicht zu umgehen, sondern Teil des ganzen Werkes. Nur dadurch war es aber möglich, von der Aufsichtsbehörde einen genehmigten Haushalt zu bekommen. Die Freien Wähler hatten im Vorfeld der Kommunalwahl im März 2011 eine Verringerung der Zahl der Mitglieder von Gemeindevertretung und Gemeindevorstand beantragt, was aber letztendlich gescheitert ist. Auch eine angedachte Reduzierung der Ausschüsse fand keine Mehrheit. Die politische Arbeit zeigte sich 2010 sehr ruhig und die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen war überwiegend harmonisch.
Besprochen wurden die aktuell gestellten Anträge zur nächsten Gemeindevertretersitzung, bei denen es sich allesamt um Prüfungsanträge handelt. Wie bereits nach der letzten Klausur vorgeschlagen, soll nunmehr geprüft werden, ob für den Gebäudekomplex Verwaltung/ Bürgerhaus/ Kindergarten/Alte Schule die Installation eines Blockheizkraftwerkes sinnvoll wäre. Damit könnten sowohl die Warmwasserversorgung als auch der Wärmebedarf für Heizzwecke und die Stromversorgung gedeckt werden. Weiterhin möchte die FW eine Überprüfung, wie weit sich Dämmmaßnahmen an gemeindlichen Gebäuden über 10 bis 15 Jahre für die Gemeinde rechnen. Diese Diskussion ist von den Freien Wählern schon im Dezember 2006 mit einem Antrag angestoßen worden.
Ein weiterer Antrag verlangt die Prüfung, ob in der Gemeinde Reiskirchen Windkraftstandorte möglich sind und ob dafür evtl. auch Baurecht zu erhalten wäre. Vorher ist ein Windgutachten einzuholen, in dem die Sinnhaftigkeit geprüft werden soll. Darin sollten auch die Baukosten, Anschlusskosten an das Stromnetz, laufende Kosten und die zeitlichen Umsetzungsmöglichkeiten ermittelt werden. Bei dieser Form der alternativen Energiegewinnung ist eine Bürgerbeteiligung besonders wichtig, so dass in einer Bürgerversammlung zu gegebener Zeit die Details vorgestellt werden sollen, um eine Bürgerbeteiligung schon im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens zu gewährleisten. Sollten Windkraftanlagen möglich und sinnvoll sein, ist das gesamte Verfahren frühzeitig mit den Bürgern zu erörtern, zu entwickeln und zu erarbeiten. Eine Umsetzung kann und soll nur gemeinsam mit der Bevölkerung erfolgen. Weiterhin müssten Grundstückseigentümer und Investoren gefunden und verschiedene Geschäftsformen untersucht werden und eine vollständige rechtliche Prüfung erfolgt sein.
Aber auch schon lange zurückliegende Anträge haben stabile Mehrheiten in der Gemeindevertretung gefunden, sie sind jedoch noch nicht umgesetzt worden, wie z. B. die Suche nach Grünpaten (Antrag vom Juni 2007) und die Prüfung aller Hallenverträge (Antrag vom August 2007).
Albach und Rysse betonten, dass die Anträge auch das breite Spektrum zeigten, für das sich die Freien Wähler einsetzten. Sei seien nicht ideologisch gebunden, sondern nach allen Seiten offen, was sich natürlich auch in den handelnden Personen der Freien Wähler widerspiegele. Egel welche Partei der oder die Einzelne bei Bundes- oder Landtagswahlen wähle, in der Kommune zähle immer jeder Fall allein für sich und nur das Wohl der Reiskirchener Einwohner stehe dabei im Mittelpunkt.
Kassiererin Heidi Müller trug einen detaillierten Kassenbericht vor, der mit einem guten Ergebnis abschloss. Heiko Polzin und Ellen Rinker hatten die Kasse geprüft und bestätigten eine ordentliche und genaue Kassenführung, so dass der Vorstand entlastet werden konnte. Neue Kassenprüfer wurden Peter Heinisch und Dr. Harald Pfeffer.